Biografien

Bessel und die Abstände zu den Sternen

Bessel und die Abstände zu den Sternen

Friedrich Wilhelm Bessel (1784–1846). Deutscher Astronom und Mathematiker, bekannt vor allem für die erste genaue Messung der Entfernung eines Sterns. Bessel beaufsichtigte den Bau der Sternwarte Königsberg und war deren Direktor von 1813 bis zu seinem Tod. Er etablierte ein einheitliches System zur Berechnung der Positionen der heute noch verwendeten Sterne.

Er wurde am 22. Juli 1784 in Minden, Westfalen (jetzt Deutschland) geboren. Schon in jungen Jahren und während seiner Arbeit in Bremen begann er sich für Geographie und Navigation zu interessieren, wobei er sich mit dem Problem der Lage von Schiffen im Meer auseinandersetzte. Diese Fragen veranlassten ihn, Astronomie und Mathematik zu studieren und Beobachtungen zur Bestimmung der geografischen Länge anzustellen.

1804 schrieb Bessel eine Arbeit über die Berechnung der Umlaufbahn des Halleyschen Kometen und sandte sie an Heinrich Olbers, der zu dieser Zeit der Experte für Kometen war. Diese Arbeit beeindruckte Olbers, der sie veröffentlichte und Bessel als professionellen Astronomen empfahl. 1806 begann er an der Sternwarte Lilienthal bei Bremen zu arbeiten. An dieser Stelle sammelte er große Erfahrung in der Beobachtung der Planeten, insbesondere des Saturn, seiner Ringe und Satelliten.

1809 wurde er Direktor des Neuen Königsberger Observatoriums in Preußen und Professor für Astronomie. Zuvor hatte er auf Empfehlung von Gauß an der Universität Göttingen im Fach Astronomie promoviert. Während das Königsberger Observatorium seinen Bau beendete, setzte er seine Arbeit fort und erhielt den Lalande-Preis des Instituts von Frankreich für seine Forschungen zur Brechung. Bessel unternahm die Aufgabe, die Position und Bewegung von mehr als 50.000 Sternen zu bestimmen. Dies führte ihn zur Bestimmung der Parallaxe des Sterns 61 Cygni, der ersten in der Geschichte, und berechnete seine Entfernung in 10, 3 Jahren. Licht

Bessel entwarf ein Referenzsystem für die Position der Sterne und Planeten, das die Fehler ableitete, die durch die atmosphärische Lichtbrechung, die Präzession der Erde und andere Effekte verursacht wurden. Im Jahr 1830 berechnete er die durchschnittliche und scheinbare Position von 38 Sternen für einen Zeitraum von 100 Jahren. 1841 gab er bekannt, dass Sirius einen Begleitstern hatte, der zehn Jahre später bei der Berechnung der Umlaufbahn von Sirius B bestätigt wurde. Dieser Stern wurde 1862 von Alvan Graham Clark beobachtet.

Bessel bemerkte auch die Unregelmäßigkeiten in der Uranus-Bewegung, die die Türen für die Entdeckung von Neptun öffneten. 1817 führte er die Funktionen von Bessel oder zylindrischen Funktionen ein, die er in der Gravitationsmechanik verwendete, die aber auch in anderen Bereichen wie der Ausbreitung von elektromagnetischen und Wärmewellen angewendet wurden. Bessels Funktionen erscheinen als Koeffizienten in der Reihe der Ausdehnung der indirekten Störung eines Planeten, die durch die Bewegung der Sonne verursacht wird.

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